Können Zähne wirklich „absterben“? Was ein toter Zahn bedeutet
Können Zähne wirklich „absterben“? Was ein toter Zahn bedeutet
Ja, Zähne können absterben. Ein abgestorbener Zahn, in der Zahnmedizin als Pulpanekrose bezeichnet, ist ein Zahn, dessen inneres Zahnmark mit Nervenfasern und Blutgefäßen unwiderruflich abgestorben ist und nicht mehr durchblutet wird. Der Zahn bleibt zunächst im Kiefer, verliert aber seine lebende Versorgung und kann sich dunkel verfärben. Häufigste Auslöser sind tiefe Karies und ein Zahnunfall.
Umgangssprachlich heißt ein abgestorbener Zahn „toter Zahn“, in der Zahnmedizin devitaler Zahn oder Pulpanekrose. Wichtig zu wissen: Ein abgestorbener Zahn heilt nicht von selbst und regeneriert sein Zahnmark nicht mehr. In den meisten Fällen lässt sich der Zahn aber über eine Wurzelbehandlung erhalten. Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Zahn abstirbt, woran Sie es erkennen und welche Behandlung den Zahn retten kann.
Warum sterben Zähne ab?
Zähne sterben ab, wenn die Pulpa geschädigt wird oder ihre Durchblutung verliert. Vier Ursachen sind besonders häufig:
- Tiefe Karies: Dringt Karies bis zur Pulpa vor, entzündet sich das Zahnmark. Diese Entzündung wird als Pulpitis bezeichnet. Ohne rechtzeitige Behandlung kann das Zahnmark schließlich absterben. Tiefe Karies ist die häufigste Ursache für einen abgestorbenen Zahn.
- Zahnunfall oder Trauma: Ein Schlag oder Sturz auf den Zahn kann die feine Blutversorgung innerhalb der Zahnwurzel unterbrechen. Die Folgen zeigen sich teilweise erst Monate oder Jahre nach dem Unfall.
- Chronische Entzündung: Eine fortgeschrittene Zahnfleischentzündung oder Parodontitis kann auf die Pulpa übergreifen und den Zahnnerv schädigen.
- Risse und Vorschäden: Feine Risse, eine undichte alte Füllung oder eine unvollständige Vorbehandlung können Bakterien den Weg zur Pulpa öffnen.
Wie schnell ein Zahn abstirbt, hängt vom jeweiligen Auslöser ab. Bei einer bakteriellen Infektion durch Karies kann es vergleichsweise schnell gehen. Nach einem Zahnunfall stirbt der Nerv häufig schleichend über einen längeren Zeitraum ab.
Woran erkennt man einen abgestorbenen Zahn?
Ein abgestorbener Zahn zeigt sich häufig zuerst durch eine Verfärbung und nicht durch Schmerzen. Folgende Anzeichen können auf eine Pulpanekrose hindeuten:
- Dunkle Verfärbung: Der Zahn nimmt eine gräuliche, gelbliche oder dunkle Farbe an. Dies ist häufig das erste sichtbare Anzeichen.
- Schmerzen, die plötzlich aufhören: Während der Zahnnerv abstirbt, kann der Zahn zunächst stark schmerzen. Hören die Schmerzen plötzlich auf, ist das nicht zwingend ein Zeichen für eine Heilung, sondern kann darauf hindeuten, dass der Nerv abgestorben ist.
- Aufbiss- und Druckempfindlichkeit: Beim Zubeißen oder bei Druck kann der Zahn empfindlich reagieren, insbesondere wenn sich bereits eine Entzündung an der Wurzelspitze entwickelt.
- Unangenehmer Geschmack oder Geruch: Zersetzen Bakterien das abgestorbene Gewebe im Wurzelkanal, kann ein unangenehmer Geschmack oder Geruch entstehen.
- Schwellung oder Fistel: Am Zahnfleisch kann sich eine Schwellung, ein Abszess oder eine kleine Eiterfistel bilden.
Da ein abgestorbener Zahn nicht immer wehtut, bleibt er ohne zahnärztliche Kontrolle teilweise lange unentdeckt. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung unterstützt dabei, bakterielle Beläge gründlich zu entfernen und Erkrankungen im Mundraum frühzeitig zu erkennen. Wie oft eine solche Untersuchung sinnvoll ist, lesen Sie in unserem Ratgeber dazu, wie oft eine Zahnarztkontrolle nötig ist.
Wie stellt der Zahnarzt fest, ob ein Zahn tot ist?
Ob ein Zahn abgestorben ist, klärt der Zahnarzt in der Regel mit einem Vitalitätstest und einer Röntgenaufnahme. Beide Verfahren ergänzen sich.
- Kältetest: Ein Kältereiz mit Kältespray oder CO₂-Schnee prüft, ob die Pulpa noch reagiert. Ein vitaler Zahn nimmt die Kälte wahr, während ein vollständig abgestorbener Zahn häufig reizlos bleibt.
- Elektrischer Vitalitätstest: Ein Pulpatester gibt einen schwachen elektrischen Reiz ab. Bei einem lebenden Zahnnerv entsteht normalerweise ein leichtes Kribbeln.
- Röntgenaufnahme: Das Röntgenbild zeigt mögliche Entzündungen an der Wurzelspitze, den Zustand der Wurzelkanäle und Veränderungen des umliegenden Kieferknochens.
Vitalitätstests sind nicht in jedem Fall eindeutig. Bei mehrwurzligen Zähnen kann beispielsweise eine Wurzel bereits abgestorben sein, während andere Bereiche noch auf den Reiz reagieren. Deshalb wird die Diagnose durch weitere Untersuchungen und eine Röntgenaufnahme abgesichert.
Kann ein toter Zahn erhalten werden?
Ein abgestorbener Zahn lässt sich in vielen Fällen erhalten. Der wichtigste Behandlungsweg ist die Wurzelkanalbehandlung, auch Endodontie genannt. Dabei gilt der zahnmedizinische Grundsatz: Zahnerhalt vor Entfernung.
Bei der Wurzelbehandlung entfernt der Zahnarzt das abgestorbene und infizierte Gewebe aus dem Zahninneren. Anschließend werden die Wurzelkanäle sorgfältig gereinigt, desinfiziert und dicht verschlossen. Dadurch wird die Bakterienquelle beseitigt, die Entzündung kann abklingen und der eigene Zahn bleibt im Kiefer erhalten.
Nach der Wurzelbehandlung bleibt der Zahn devital und kann mit der Zeit spröder werden. Häufig wird er deshalb mit einer Krone stabilisiert. Besonders bei sichtbaren Frontzähnen kommen je nach Befund außerdem Behandlungen aus dem Bereich der ästhetischen Zahnmedizin infrage:
- Internes Bleaching: Ein Aufhellungsmittel wird von innen in den wurzelbehandelten Zahn eingebracht, um die dunkle Verfärbung an die Farbe der benachbarten Zähne anzugleichen. Dieses Verfahren eignet sich ausschließlich für tote, bereits wurzelbehandelte Zähne.
- Veneer oder Krone: Ist die Zahnsubstanz stärker geschädigt, kann eine Keramikverblendung oder eine Krone sowohl das Aussehen als auch die Stabilität des Zahns verbessern.
Nicht jeder abgestorbene Zahn kann erhalten werden. Ist der Zahn stark zerstört, brüchig oder die Entzündung bereits weit in den Kieferknochen fortgeschritten, kann eine Entfernung notwendig sein. Die entstandene Zahnlücke lässt sich anschließend beispielsweise mit einer Brücke oder einem Implantat versorgen. Welche Möglichkeiten bestehen, erklärt unser Ratgeber zu den Unterschieden beim Zahnersatz.
Was passiert, wenn ein toter Zahn unbehandelt bleibt?
Ein unbehandelter abgestorbener Zahn bleibt eine mögliche Bakterienquelle im Kiefer und kann zu ernsteren Folgen führen.
- Pulpagangrän: Das abgestorbene Gewebe zersetzt sich und Bakterien breiten sich innerhalb des Wurzelkanals aus.
- Abszess oder Zyste: An der Wurzelspitze kann sich ein Eiterherd oder eine entzündungsbedingte Zyste bilden.
- Knochenabbau: Eine anhaltende Entzündung kann den umliegenden Kieferknochen schädigen und abbauen.
- Zahnverlust: Schreitet die Entzündung weiter fort, kann der Zahn möglicherweise nicht mehr erhalten werden.
Aus Sicht der systemischen Zahnmedizin kann ein chronisch entzündeter, abgestorbener Zahn den Körper zusätzlich belasten. Deshalb sollte ein entsprechender Verdacht möglichst frühzeitig zahnärztlich abgeklärt werden.
Was wir bei Zahnak in München Schwabing tun können
Bei Zahnak in München Schwabing prüfen wir zunächst mit einem Vitalitätstest, einer klinischen Untersuchung und bei Bedarf einer Röntgenaufnahme, ob und in welchem Umfang Ihr Zahn abgestorben ist. Dabei setzen wir konsequent auf den Erhalt des natürlichen Zahns.
In unserer Praxis behandeln wir abgestorbene Zähne mit moderner Endodontie und stimmen die passende Behandlung individuell auf Ihren Befund ab.
Ein abgestorbener Zahn ist nicht in jedem Fall ein akuter Notfall, sollte aber zeitnah untersucht werden. Je früher wir eingreifen, desto besser stehen in vielen Fällen die Chancen für den Zahnerhalt.
Unsere Behandlungsmöglichkeiten reichen von der Wurzelbehandlung über Behandlungen aus dem Bereich der ästhetischen Zahnmedizin und die Stabilisierung mit einer Krone bis zur Versorgung mit geeignetem Zahnersatz, falls der betroffene Zahn nicht erhalten werden kann.
FAQ zum abgestorbenen Zahn
Nicht zwingend. Ein abgestorbener Zahn kann völlig schmerzfrei sein, weil die Nervenfasern zerstört sind. Oft schmerzt der Zahn nur, während der Nerv abstirbt oder wenn sich später eine Entzündung an der Wurzelspitze bildet.
Nein. Abgestorbenes Zahnmark regeneriert sich nicht von selbst und lässt sich weder durch Hausmittel noch durch Abwarten heilen. Der Zahn kann aber in vielen Fällen durch eine Wurzelbehandlung erhalten werden.
Beim Absterben zerfallen Blutbestandteile im Zahninneren und lagern sich im Dentin ein. Dadurch verfärbt sich der Zahn von innen heraus grau bis dunkel. Ein internes Bleaching kann diese Verfärbung bei einem wurzelbehandelten Zahn aufhellen.

